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Was verbirgt sich hinter veganem Leder?

Haben Sie schon einmal etwas von »Ananas-Leder« gehört? Oder können Sie sich unter »Appleskin« etwas vorstellen? Wir bei Walbusch haben jedenfalls gestaunt über die vielen verschiedenen lederähnlichen Materialien, die sich aus Obst oder Pflanzen herstellen lassen.

Bestimmt ist Ihnen dieser Tage der Begriff »Veganuary« begegnet. Die gleichnamige gemeinnützige Organisation animiert Menschen dazu einen Monat lang eine rein pflanzliche Ernährung auszuprobieren. Menschen aus aller Welt starten zu Beginn des neuen Jahres den Versuch, sich im Januar vegan ernähren.

Die Vegan-Bewegung zum Vorbild genommen, haben wir uns mal im Textilbereich umgeschaut, schließlich beschränkt sich der Verzicht von tierischen Produkten nicht allein auf den Speiseplan. Gestoßen sind wir auf sogenanntes »veganes Leder«. Klingt zunächst nach einem Widerspruch, denn Leder wie wir es kennen, stammt ausschließlich von Tieren und kann daher niemals vegan sein. Gemeint sind stattdessen Leder-Imitate, zum Beispiel aus Pflanzenfasern, die in ihrer Optik und Beschaffenheit tierischem Leder ähneln und auch wie dieses zum Einsatz kommen.

Bei unserer Recherche sind wir auf zahlreiche täuschend echte Alternativen gestoßen. Einige der gängigsten möchten wir Ihnen im Folgenden kurz vorstellen.

Piñatex: veganes Leder aus Ananas-Blättern

Bei der Ananas-Ernte landen die Blätter der Frucht für gewöhnlich auf dem Müll. Das von der Spanierin Dr. Carmen Hijosa gegründete Label Ananas Anam hat aus der Blattfaser den Lederersatz Piñatex entwickelt.

Zusammen mit philippinischen Ananas-Bauern werden die Fasern aus den Blättern extrahiert und zu einem Vliesgewebe verarbeitet. In Spanien erfährt das Vlies dann eine Veredelung. Das Ergebnis Piñatex ist weich und flexibel, dennoch strapazierfähig und sogar wasserabweisend sowie atmungsaktiv.

Apfeltrester wird zu Appleskin

Südtirol ist mit schätzungsweise 60 Millionen Apfelbäumen der Obstgarten Südeuropas. Bei der Produktion von Apfelsaft- und Püree fallen jede Menge Reste an, Trester genannt. Dieser Trester wird meist als Brennstoff für die Maschinen verwendet, oder zu »Apfelleder« weiterverarbeitet.

Eine in Bozen ansässige Firma trocknet dazu die anfallenden Pressrückstände und mahlt sie anschließend zu feinem Pulver. Weiter geht es dann in einer Fabrik in Florenz. Dort wird das Pulver mit zwei weiteren Zutaten vermischt, bevor es auf einem Stoffuntergrund aus Baumwolle aufgetragen wird. Erst so wird die Weiterverarbeitung möglich. Das Endprodukt ist widerstandsfähig und wetterfest – Wasser perlt einfach ab, genauso wie beim Apfel. Erhält die Oberfläche auf Wunsch eine Prägung, ist sie von herkömmlichem Leder kaum zu unterscheiden.

Pilzschwamm als Lederimitat

Kaum vorstellbar, aber sogar Pilze lassen sich in ein Material mit lederähnlicher Struktur verwandeln. Basis dafür ist der Zunderschwamm, der schon im Mittelalter zu Textilien verarbeitet wurde.

Mit Vorliebe besiedelt der Zunderpilz Laubbäumen, bis zu 30 Jahre wächst er zu einem knollenartigen Fruchtkörper heran. Unter seiner harten Schale versteckt sich das sogenannte Trama – ein Gewebe, dass sich in einem aufwendigen Verfahren zu einem flauschig weichen Stoff verarbeiten lässt. Das »Pilzleder« ist ein atmungsaktives und wasserabweisendes Material, mit samtiger Haptik und geringem Gewicht.

Kork – robuste Leder-Alternative

Immer öfter findet Kork den Weg aus der Flasche in die Mode. Das biologische Material ist mit seiner Maserung und Beschaffenheit einzigartig. Die Verwendung als Weinflaschenverschluss hat seinen Ursprung bereits in der Antike und war lange Zeit das einzige Einsatzgebiet. Das ändert sich zum Glück, denn während die sinkende Nachfrage nach Flaschenkorken die Existenz vieler Korkbauern bedroht, zeichnen sich Modedesigner als neue Abnehmer des Rohstoffes ab.

Kork ist sehr leicht und hat eine weiche, samtartige Oberfläche. Außerdem ist es strapazierfähig sowie formbeständig, Wasser perlt einfach ab, gleichzeitig ist es atmungsaktiv – perfekter Lederersatz.

Die Entwicklung immer neuer Verfahren, um Lederimitate auf pflanzlicher Basis herzustellen schreitet voran. Wir sind gespannt, wann die ersten Modelle aus veganem Leder in unsere Kollektionen einziehen.

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