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    Dresscodes: Das hat Stil

    Auf der Jahreskonferenz 2016 brach Daimler-Chef Dieter Zetsche mit einem Tabu: Er präsentierte die Unternehmenszahlen ohne Krawatte und mit offenem Hemd.

    Gegen jedwede Etikette nahm sich der Vorstandsvorsitzende des Weltkonzerns die Freiheit und präsentierte die Unternehmenszahlen: ohne Krawatte und mit offenem Hemd. Danach widmeten sich Journalisten nicht nur der Gewinn- und Verlustrechnung der Aktiengesellschaft – sie diskutierten auch rege über die (Nach)Lässigkeit von Top-Managern beim Dresscode.

    Bekannt für seine überspitzt formulierten Lebensweisheiten, vertritt Stil-Ikone Karl Lagerfeld in Sachen Kleiderordnung eine deutliche Meinung: »Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.« Ob ein offenes Hemd zu Aktienverlusten oder eine Jogginghose gleich in die persönliche Katastrophe führt – es ist gut zu wissen, zu welchem Anlass welches Outfit angemessen ist. Lernen Sie die fünf Stufen der Stil-Leiter kennen.

    Privat eher gemütlich
    Mit Casual fängt alles an. Gemeint ist ein Stil, der eher lässig und bequem ist. Ein prominentes Beispiel ist Klaus J. Behrendt in seiner Rolle als Fernsehkommissar Max Ballauf. In dunkler Hose, Troyer, sportlicher Lederjacke ermittelt er meist casual. Allgemein liegen Männer mit Chinohose und Poloshirt richtig. Es kann aber auch eine Jeans sein und an kühleren Tagen ist zusätzlich ein Jackett optimal. Anlässe, zu denen man mit diesem Dresscode richtig liegt, sind beispielsweise ein Brunch, ein Essen mit ehemaligen Kollegen oder auf Reisen in einem schönen Hotel.

    Beruflich eher seriös
    Mit Smart Casual geht es auf der Stil-Leiter gleich ein paar Sprossen aufwärts. Es wird seriöser. Smart Casual spielt im Berufsalltag eine Rolle. Früher waren Anzug und Krawatte Pflicht – mittlerweile ist eine sportliche Eleganz in den Büroalltag eingekehrt. Jeans kombiniert mit einem hochwertigen Hemd oder ein dunkler Anzug sind hier richtig. Ganz so offiziell soll es aber nicht zugehen. Die Krawatte wird weggelassen und das Hemd durch ein Poloshirt getauscht.

    Business Formal ist in vielen Unternehmen auf der Führungsebene üblich. Damit wäre Zetsche angemessen gekleidet gewesen: ein dunkler Anzug, ein weißes oder hellblaues, fein gestreiftes oder kariertes Hemd und eine Krawatte zeichnen diesen Dresscode aus. Grundsätzlich gilt: Je höher die Position, desto dunkler sind die Farben des gesamten Outfits.

    Feiern mit Stil
    Mit Semi-Formal ist keinesfalls halb-formal gemeint. Mit diesem Dresscode liegt Mann bei besonderen Festlichkeiten wie einer Hochzeit oder einem runden Geburtstag richtig. Auch hier sind ein farblich gediegener Anzug und Krawatte Pflicht. Stilistisch perfekt wird das Outfit mit dunklen Lederschuhen. Der Unterschied zu Business Formal ist hier eher der Anlass: Wer mit Kunden zu tun hat oder auf Menschen zum ersten Mal trifft, legt hier bei Eleganz und Exklusivität noch etwas zu.

    Der ultimative Klassiker aller Dresscodes ist der Black Tie, was wörtlich übersetzt »schwarze Fliege« heißt. Eben diese kombiniert mit einem schwarzen Smoking und weißem Smoking-Hemd macht den Black Tie aus. So einfach die Kombination – die wenigsten Männer haben heutzutage einen Smoking, samt Hemd und Fliege griffbereit. Was an der Exklusivität der Anlässe liegt, zu denen der Black Tie getragen wird. Das kann ein Hochzeitsdinner sein, ein Empfang, eine Theaterpremiere oder eine Preisverleihung wie die Goldene Kamera.

    Wussten Sie's?
    Auch wenn er oft zitiert wird: Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge (1752-1796) hat die Kleiderordnung nicht erfunden. In seinem Ratgeber beschäftigte sich der Schriftsteller allein mit Benimmregeln. Das Thema Dresscodes kam erst nach seinem Tod hinzu. Clevere Verleger waren überzeugt, das Werk mit diesem Aspekt zu komplettieren.

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