Voll im Trench

    Audrey Hepburn trug ihn in „Frühstück bei Tiffanys“ und Humphrey Bogart in „Casablanca“. Auch Angelina Jolie und Jude Law schwören auf den ewigen Klassiker: den Trenchcoat.

    Erfunden hat ihn Ende des 19. Jahrhunderts der britische Mode-Ausstatter Thomas Burberry, Urvater der gleichnamigen Luxus-Marke. Der Brite entwickelte 1879 eine Webart, die die Regenbekleidung revolutionierte. Und einen Stoff hervorbrachte, der den Trenchcoat bis heute einzigartig macht: Gabardine. Gabardine ist aus einem kompakten Garn gewebt, mit mehr als 100 ineinander verschlungenen Fäden pro Zentimeter. Die mikroskopisch kleinen Lücken erlauben dem Stoff zu atmen und gleichzeitig Wasser abzuweisen. Zudem ist Gabardine extrem strapazierfähig.

    Material für die Antarktis

    Trenchcoat heißt übersetzt so viel wie „Schützengrabenmantel“. Zugegeben, das ist kein schöner Name für einen Modeklassiker, aber er verweist auf seinen Ursprung: Während des ersten Weltkriegs hatte die britische Armee Thomas Burberry damit beauftragt, einen strapazierfähigen Regenmantel zu entwerfen. Der Mode-Ausstatter hatte sich mit Outdoor-Produkten einen Namen gemacht: 1911 erreichte Roald Admundsen als erster Mensch den Südpool – auch, weil ihn sein Gabardine-Zelt vor der Kälte schützte. Und wenige Jahre später ging der Polarforscher Ernest Shackelton auf Expeditionsreise durch die Antarktis, ebenfalls in Gabardine gewandet.

    Vom Militär auf den Laufsteg
    Die ersten Trenchcoat
    s für die Armee hatten Schulterklappen, wo ein Fernglas und andere wichtige Dinge Platz fanden. Und am Stoffgürtel waren Metallringe eingearbeitet, an denen zur damaligen Zeit Handgranaten befestigt werden konnten.

    Die Trenchcoats von heute haben ihre militärischen Extravaganzen zum Glück verloren. Ein typisches Exemplar verfügt zwar immer noch über Schulterklappen und einen Bindegürtel mit Schnalle, aber ausschließlich aus modischen Gründen. Für einen Trenchcoat typisch sind die doppelreihige Knopfleiste und der am Rücken angebrachte sogenannte Koller: eine zweite Lage Stoff über der Schulterpartie, die zusätzlich vor Regen schützen soll.

    Rätselhaft und angesehen
    Auch wenn er nicht mehr ausschließlich in dreiwöchiger Handarbeit im nordenglischen Leeds entsteht: Der Trenchcoat ist – nach mehr als 100 Jahren seit seiner Erfindung –fester Bestandteil der Mode- und Markenwelt. Ob die sandfarbene, feminine Variante für sie oder der etwas lässigere Look  in Marine für ihn – der Trench sorgt bei Stil-Experten weltweit für Begeisterung.  

    Für Bernhard Roetzel zum Beispiel, Autor des Mode-Ratgebers „Der Gentleman“, darf der Mantel in keinem Kleiderschrank fehlen. Und für Nancy MacDonell, Journalistin bei der renommierten Vogue, ist der Trenchcoat das Mode-Geheimnis schlechthin: „Er ist eines der rätselhaftesten, schmeichelhaftesten und angesehensten Kleidungsstücke, in die man schlüpfen kann.“

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