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    Sehr authentisch: Tiere am Set

    Interview mit Klaus Gröne, dem leitenden Creativ Director von Walbusch.

    R. Sadowski: Herr Gröne, Sie sind vor kurzem von einer Fotoreise aus Irland zurückgekehrt. Wie ist es gelaufen?

    K. Gröne: Der große Aufwand, der für eine solche Reise vorher immer betrieben wird, hat sich auch diesmal wieder gelohnt: Alle Outfits, die wir für die aktuelle Herbst/Winter-Saison fotografieren wollten, sind unbeschadet vor Ort gewesen, unsere Produktion hatte schöne, stimmungsvolle Locations ausgesucht und die Models waren wie immer top in Form.

    R. Sadowski: Wie sind Sie darauf gekommen, in Irland zu fotografieren? Gab es modisch ein bestimmtes Thema?

    K. Gröne: Ja. Das Thema war dieses Mal „Heritage“, was soviel heißt wie Herkunft. Wir hatten klassische Stoffe im Gepäck, traditionelle Schnitte und alte Muster – alles natürlich modern interpretiert. Angezogen wird daraus ein kerniger, authentischer Stil, den viele Männer sehr mögen. Und der passte unserer Meinung nach perfekt nach Irland. Da gibt es ja auch vielerorts viel Ursprüngliches zu entdecken.

    R. Sadowski: Wie haben Sie es geschafft, dass das typisch Irische auch in den Fotos rüberkommt?

    K. Gröne: Indem wir das mitfotografiert haben, was dort natürlicherweise vorkommt. Also Land, rothaarige Iren … und Tiere. 

    R. Sadowski: Tiere? Da fallen mir bei Irland direkt Schafe ein!

    K. Gröne: Stimmt. Und dazu passend, die Hütehunde. Aus beiden Gruppen hatten wir ein paar „Models“ mit am Set und ich kann Ihnen sagen: Das war ganz schön nervenaufreibend. Sobald der Schäfer mit seinen niedlichen Lämmchen ankam, haben sich alle nur noch darum gekümmert. Jeder wollte die streicheln, mal auf den Arm nehmen, mal die Flasche geben … und ich musste die Uhr im Blick behalten!

    R. Sadowski: Weil man an so einem Shooting-Tag ja eine feste Anzahl Bilder in den Kasten kriegen muss und irgendwann ist das Licht weg.

    K. Gröne: Ganz genau. In der Zeit, bis sich alle wieder beruhigt hatten, hätte man locker noch ein Foto schießen können. Aber die Lämmer waren eigentlich ganz ok. Danach hatten wir dann auch noch diverse Hunde am Set. Die Besitzer hatten uns hoch und heilig versichert, dass die Hunde total gehorsam wären. Was sie natürlich nicht waren. Versuchen Sie mal ein Foto mit drei Menschen und einem Hund zu machen, auf dem alle gleich gut aussehen! (Lacht.) Das ist so gut wie unmöglich. Entweder macht der Mensch ein komisches Gesicht, weil der Hund plötzlich an der Leine zieht. Oder alle gucken den Hund an, anstatt zur Kamera …

    R. Sadowski: Das ist dann wirklich authentisch, oder?

    K. Gröne: Ja. Aber die Balance zwischen authentisch und ästhetisch muss natürlich bei uns gewahrt bleiben. Wir wollen unseren Kunden ja unsere schönen Outfits präsentieren. Und wenn der Hund dann gerade die Zunge rausstreckt oder sich am Ohr kratzt, guckt man da halt hin. Und nicht mehr auf die tolle Jacke.

    R. Sadowski: Ihr Fazit zum Thema „Tiere am Set“?

    K. Gröne: Am liebsten nur noch Wollmäuse.* Aber die Fotos sind schön geworden, finde ich.

     

    *Wo viele Textilien immer wieder genknautscht werden, lösen sich Fasern ab, die sich dann in geschlossenen Räumen zu sogenannten Wollmäusen zusammenballen.

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