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    Ritsch-Ratsch

    Wer denkt, die Geschichte des Reißverschlusses ist schnell erzählt, der irrt. Das kleine Wunderwerk der Technik hatte ziemliche Schwierigkeiten im Mode-Alltag anzukommen. 

    Es klingt erstmal vielversprechend: 1891 entwickelt der Amerikaner Whitcomb Judson ein Prinzip, mit dem sich Ösen und Haken automatisch schließen lassen. Das Problem ist nur, dass sich die Haken nicht zuverlässig verzahnen. Noch dazu rosten sie beim Waschen. Ein Verkaufschlager wird der erste automatische Verschluss also nicht.

    Der Zauber der Zähne
    Judson lässt nicht locker. Er glaubt an seine Idee und beauftragt seinen Mitarbeiter Gideon Sundbäck, die Probleme zu beheben. Sundbäck ist Maschinenbauingenieur und aus Schweden nach Amerika immigriert. Studiert hat er in Deutschland, am damaligen Rheinischen Technikum Bingen. 1913 stellt Sundbäck seinem Chef einen Prototypen vor, der dem heutigen Reißverschluss entspricht: Anstelle von Haken verwendet der Ingenieur so genannte Zähne, die oben und unten eine minimale Ein- beziehungsweise Ausbuchtung haben. So können die Zähne sich ineinander verhaken und mit dem Schieber wieder voneinander getrennt werden.

    Jetzt funktioniert das Prinzip zwar zuverlässig – ein Verkaufsschlager ist der Reißverschluss aber immer noch nicht. Die neue Methode ist im Vergleich zu Knöpfen und Schnüren verhältnismäßig teuer; noch dazu sind Schneidereien gezwungen, ihre Prozesse zu verändern, wenn sie Reißverschlüsse einsetzen würden. Es herrscht also eine gewisse Skepsis am Markt.

    Vom Gummischuh zu den Stones 
    Dazu kommt ein Imageproblem. Im Ersten Weltkrieg werden Schlafsäcke und Fliegeranzüge für die US-Navy mit Reißverschlüssen produziert. Und das amerikanische Unternehmen Goodrich Rubber Company verwendet sie für ihre neuen Stiefel aus Gummi und nennt diese »Zipper« – zu deutsch: Reißverschluss. Erst mit der Pariser Mode-Designerin Elsa Schiaparelli wendet sich das Blatt. 1935 stattet die Gegenspielerin Coco Chanels ihre Winterkollektion mit Reißverschlüssen aus. Nicht verdeckt, sondern offen sichtbar als Designelement.

    Weltweit einziger Showroom

    Heute sitzt das weltweit größte Unternehmen, das Reißverschlüsse vertreibt, in Japan. YKK unterhält in London seinen ersten weltweiten Showroom. Dort gibt es viele ungewöhnliche Exemplare zu sehen. Beispielsweise den Vislon-Crystall – einen Reißverschluss, bei dem jeder einzelne Zahn mit einem Swarovski-Kristall versehen ist.

    Dass es seine Erfindung einmal dahin bringen würde – für den Erfinder Whitcomb Judson wäre das wahrscheinlich undenkbar gewesen.

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