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    Eine Frage der Physik

    Manche Phänomene sind so alltäglich, dass selten über ihre Entstehung nachgedacht wird. Wer beispielsweise ohne Schirm durch einen Regenschauer läuft, wundert sich nicht über dunkle, nasse Flecken auf Hose und Shirt. Wir haben uns allerdings gefragt: „Woran liegt es, dass nasse Kleidung meist dunkler scheint als trockene?“

    So banal die Frage auf den ersten Blick erscheinen mag, so erklärungsbedürftig ist die Antwort: Dahinter steckt nämlich das physikalische Gesetz der Lichtbrechung, das die Farbe, die unser Auge wahrnimmt, verändert. Trifft Licht auf einen Gegenstand, können – abhängig von der Oberflächenstruktur – drei Dinge passieren: Es wird zurückgeworfen (Reflexion), durchgelassen (Transmission) oder aufgenommen (Absorption).

    Grundsätzlich gilt, je mehr eintretende Lichtstrahlen reflektiert werden, desto heller erscheint der Farbton. Und je tiefer Lichtstrahlen z.B. in Gewebe eindringen, desto mehr hält der Stoff davon „gefangen“. So absorbieren beispielsweise schwarze Kleidungsstücke fast das gesamte Licht.

    Wassermoleküle schlucken Licht

    Betrachtet man ein Stückchen trockenen Stoff unter dem Mikroskop, wird eine raue Oberfläche aus lauter kleinen Fasern, die in verschiedene Richtungen abstehen, sichtbar. Das gilt auch für Materialien, die sich glatt und weich anfühlen. Fällt nun Licht auf diese wilden Stofffasern, prallt es von ihnen ab und wird in alle Richtungen gestreut. Die Menge des ins Auge zurückfallenden Lichts lässt die Stofffarbe relativ hell erscheinen.

    Wird genau dieser Stoff nass, füllen Wassermoleküle die Faserzwischenräume, halten sie zusammen und glätten auf diese Weise das raue Äußere. Je glatter eine Oberfläche ist, desto weniger streut sie das Licht. Stattdessen wird der Lichtstrahl in seinem Einfallswinkel gespiegelt. Das bedeutet, nur aus diesem einen Blickwinkel wirkt der Stoff hell, aus allen anderen jedoch sehr dunkel.
    Hinzu kommt, dass der Wasserfilm auf der Oberfläche einen Teil der Lichtstrahlen bricht und tiefer in das Gewebe lenkt, wo es absorbiert wird.

    Kurz gesagt: Nasse Kleidungsstücke reflektieren weniger Licht als trockene und scheinen daher dunkler. Somit lässt sich die „echte“ Farbnuance nur im trockenen Zustand richtig gut erkennen.

    Apropos trocken: An einem warmen, sonnigen Tag mit leichter Brise lassen sich Kleidungsstücke am besten draußen auf der Wäscheleine trocknen. Ein bisschen Wind ist ideal, weil er die Trockenzeit verkürzt und Falten aus der Wäsche nimmt und so deutlich weniger Zeit beim Bügeln anfällt.

    Nicht in die pralle Sonne hängen

    Und weil Sonnenlicht ein natürliches Desinfektions- und Bleichmittel ist, lassen sich aus heller Kleidung mithilfe der UV-Strahlen relativ leicht Flecken und Gerüche entfernen. Manchmal reicht daher schon gründliches Lüften, um Jeans oder Hemd wieder frisch zu machen.
    Um gleichzeitig Verblassen oder Streifenbildung bei dunkler sowie farbiger Textilien zu verhindern, diese vorher immer auf links drehen. 

    Noch ein Hinweis an Allergiker: Pflanzenpollen aus der Luft können an Kleidungsstücken haften. Deshalb besser nicht in der Zeit des Pollenflugs im Freien trocknen.

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