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    Die Poesie der Baumwolle – Teil 2

    „Seidig weich wie Engelshaar“, die „Queen unter den Naturfasern“ – das fluffige, weiße Baumwollbäuschchen begeistert alle, die Pflücker, die Verarbeiter und die Träger der feinen Baumwollstoffe.
    Baumwoll-Pflanze

    „Seidig weich wie Engelshaar“ – Pima-Cotton aus Peru

    Pima – als Teil der Extralangstapel-Familie – gilt als eine der edelsten Baumwollsorten. Pima wird heutzutage hauptsächlich in den USA, Australien, Peru und Israel angebaut. Und gerade aus Peru kommt eine der besten Baumwollsorten. In der Gegend von Piura, zwischen den Anden und dem Pazifischen Ozean, wo Baumwolle schon seit über 4.600 Jahren angebaut wird, scheint die Sonne verlässlich und trotz Temperaturen um die 30° Grad ist ausreichend Wasser vorhanden. So gedeihen die gelb blühenden Sträucher hervorragend und produzieren Fasern von 38 bis 41 mm Länge. Um das kostbare Rohmaterial zu schützen, werden nur die reifesten, weißesten Samenkapseln dreimal im Jahr von Hand gepflückt, sorgfältig gekämmt und zu feinsten Garnen versponnen. Und die Pflücker sind stolz auf ihre Baumwolle – liebevoll sagen sie: »suave como el pelo de un ángel« – seidig weich wie Engelshaar. Pima-Cotton besitzt einen ganz eigenen matt-edlen Glanz, daher wird er auch gerne »Seide Südamerikas« genannt. Wegen des begrenzten Anbaugebiets ist Pima-Cotton eine echte Rarität.

    Made in USA: SUPIMA®

    SUPIMA® Baumwolle wird streng kontrolliert in den USA angebaut, ausschließlich in Texas und Kalifornien. SUPIMA® ist ein eingetragenes Warenzeichen für Produkte, die aus 100% amerikanischer Pima-Baumwolle bestehen; der Name setzt sich zusammen aus „Superior Pima“. Weniger als 1% der gesamten Pima Ernte darf sich SUPIMA® nennen. Ihre langen Fasern können eng gesponnen werden, das ergibt feineres Garn und haltbare Stoffe. Durch die Faserdichte nehmen SUPIMA®-Stoffe Farbe einheitlicher an; das Ergebnis sind satte, leuchtende Farben.


    Die Königin: Sea-Island-Baumwolle

    Im 18. Jahrhundert wurde sie erstmals in den Südstaaten der USA angebaut: in South Carolina, Georgia und den Inseln entlang der Küste – den Sea Islands. Unter den dort herrschenden Klimaverhältnissen erbrachte die Baumwolle eine Qualität, wie man sie sonst nirgends kannte: extrem weiß und mit einer außergewöhnlichen Faserlänge von mindestens 36 mm. Man nannte sie die „Queen unter den Baumwollsorten“. Noch heute wird Sea Island-Cotton von Hand gepflückt. Diese handverlesene Baumwolle ist von Natur herrlich weiß, fein und weich. Authentischer Sea-Island-Cotton ist mit 0,004% der weltweiten Baumwollproduktion eine der seltensten kommerziellen Baumwollsorten auf dem Planeten. Übrigens: Die beste Sea-Island-Baumwolle soll auf Barbados wachsen.


    Ägyptische Baumwolle – berühmt als Giza oder Mako-Baumwolle

    Der Baumwollanbau in Ägypten ist nicht ganz so alt, wie man allgemein glaubt. Erst Mitte des 19. Jhd. wurde damit begonnen. Ägyptische ELS-Baumwolle basiert auf der gleichen Baumwollsorte wie Pima oder Sea Island. Giza 45 und Giza 70 sind echte ELS Sorten, die mit einem luxuriösen Gefühl auf der Haut begeistern.
    Ägyptische Baumwolle wird vor allem im warmen trockenen Klima des Nildeltas angebaut. Von Hand gepflückt, gewährleistet sie ein Höchstmaß an Reinheit und intakte Fasern. Obwohl sie weltweit einen guten Ruf genießt, macht ägyptische Baumwolle nur 0,5% der weltweiten Baumwoll-Produktion aus. So bleibt ihr Luxus-Status erhalten.


    Brot-und-Butter-Baumwolle

    Hochland- oder Bergbaumwolle macht über 80% der Weltproduktion aus. Gossypium hirsutum wird weltweit angebaut, von Indien, USA, Brasilien, China, Australien, Türkei, Tadschikistan bis Kirgisistan. Ihre Fasern zwischen 20-30 mm lang. Die Pflanze wird zwischen 1,5 m und 2 m hoch, ihre Blüten sind weiß bis gelblich und erröten im Welken.
    Auf Platz 2 liegt asiatische Kurzstapel-Baumwolle (Gossypium herbaceum) mit 10% Marktanteil. Sie stammt ursprünglich aus Südwestasien und wird heute hauptsächlich in China, Indien und Pakistan angebaut. Ihre Fasern sind kurz und grob und die Qualität gilt daher als niedrig. Die Blütenblätter der 1,5 m hohen Pflanze sind gelblich und haben meist einen rötlichen Fleck am Kern.


    Ist Bio-Baumwolle besser?

    Organische oder auch Bio-Baumwolle zeichnet sich durch ihre ökologische Anbauweise aus, d.h. es handelt sich nicht um eine unterschiedliche Baumwollsorte. Beim Bio-Baumwollanbau werden Pflanzen jedoch nicht gentechnisch verändert und bei ihrer Ernte werden nur natürliche Methoden eingesetzt. Theoretisch kann man davon ausgehen, dass die meisten Baumwollsorten auch biologisch kultiviert werden könnten. Bio Cotton-Baumwolle wird handgepflückt und weitestgehend naturbelassen und umweltgerecht verarbeitet. Deshalb ist sie besonders hautverträglich und auch für Allergiker geeignet.

    Lesen Sie in unserem 3. Teil, was Baumwolle so besonders macht – und dass sie auch eine dunkle Seite hat…

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