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Die verlorene Kunst der Nassrasur

Eine richtig gute Nassrasur – eine fast vergessene Kunst. Noch kann man sie wiederentdecken, die Freude am Rasieren mit einem klassischen Sicherheitsrasierer. Und da Walbusch als Versand von Rasierern und Zubehör angefangen hat (vor langer Zeit, in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts) haben wir hier Infos rund um eine gute Nassrasur gesammelt. Aber Vorsicht! Dieser Artikel wird ganz schön scharf …

Warum nicht mal den Elektrorasierer im Schrank lassen? Schließlich ist der Lockdown auch die Chance, die Freude an der Langsamkeit zu entdecken, von der Milan Kundera einst schrieb. Übrigens: Die Rasur mit der offenen Klinge, also mit einem Rasiermesser, behandeln wir ausdrücklich nicht. Sie verdient einen eigenen Artikel.

Aber nun in medias res. Die klassische Nassrasur hat einige Vorteile.

Besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis. Klar, die Kosten gehen runter. Denn was brauchen Sie schon außer regelmäßig Rasierklingen für einige Cent pro Stück? Auch traditionelle Rasiercremes und Seifen sind auf lange Sicht günstiger als Produkte aus der Sprühdose. Zudem sind sie ergiebiger und halten länger, genau wie ein guter Dachshaarpinsel und ein stabiler Rasierer. Was uns zum nächsten Punkt bringt …

Besser für die Umwelt. Keine Klingen-Kapseln aus Plastik mehr, die in den Müll wandern. Rasierschaum in den Abfluss, alte Einzelklingen in den Müll. Das ist alles.

Bessere Rasur. Die meisten Männer wissen gar nicht mehr, dass sie besser und hautfreundlicher (!) rasiert sein könnten. 4- oder 5-Klingen-Kartuschen und billige Elektrorasierer sind nicht gut für die empfindliche Männerhaut im Gesicht. Die Resultate: Rasurbrand, eingewachsene Haare, sowie eine unschöne Röte.

Und das sind die Zutaten einer besseren Rasur …

Ein Sicherheitsrasierer

Vorbei die Zeit, als Sie mit einem billigen Stück Plastik herumhantierten. Der Unterschied zwischen einem Sicherheitsrasierer und einem Rasierer für Mehrfachklingen ist erheblich. Der Sicherheitsrasierer ist ein richtiges Werkzeug – was man allein schon am Gewicht merkt. Übrigens gibt es bis heute tolle Produkte aus der Klingenstadt Solingen, bekanntermaßen auch die Heimat von Walbusch.

Rasierklingen

Hier gibt es eine große Vielfalt, die zunächst verwirrend wirken kann. Jede Klingenvariante hat individuelle Eigenschaften – vielleicht müssen Sie eine Weile probieren, bis Sie die richtige für sich gefunden haben. Aber die Mühe lohnt sich.

Rasierpinsel

Der Pinsel ist der heimliche Star des Rasierensembles. Er hilft den eigentlichen Rasierschaum herzustellen – und ihn in Ihrem Gesicht aufzutragen. Dabei ist wichtig, dass er den Schaum auch unter die einzelnen Barthaare bringt, was zu einer besseren, glatteren Rasur führt. Zwei Typen sind dabei vorherrschend: Pinsel aus Dachshaar und solche aus Wildschweinborsten. Die Wildschweinvariante ist steifer und hält weniger Wasser fest. Dafür sind sie etwas günstiger. Wer wirklich eine tolle Rasur will, sollte auf den Dachs setzen. Es fühlt sich im Gesicht besser an und auch die Schaumentwicklung ist besser.

Seifen und Rasiercremes

Jetzt wo Sie es wirklich wissen wollen, sollten Sie die Finger von dem Zeug aus der Sprühdose lassen. Traditionelle Rasiercremes und Seifen enthalten in der Regel weniger Chemie und sind dank natürlicher Zutaten wirklich was für empfindliche Gesichtshaut. Das Vergnügen kann etwas teurer sein – aber in der Regel kommen Sie auch mit kleineren Mengen weiter bei der Rasur.

In den Anfangsjahren von Walbusch lag der Fokus auf dem Verkauf von Schneidwaren und Rasierapparaten.

Das Besondere: Die Rasierer waren ausgestattet mit geradem Kopf und schräger Klinge.


Aber jetzt mal Butter bei die Fische – hier noch einmal die wesentlichen Schritte einer klassischen Nassrasur!

1. Bartvorbereitung. Wenn Sie eine saubere Rasur wollen, müssen Sie Ihren Bart entsprechend vorbereiten. Das heißt – die Stoppeln respektive Barthaare sollten gut vorgeweicht sein. Das macht die Rasur leichter und weniger irritierend für die Haut. Am Besten geht das, indem Sie sich direkt nach dem Duschen rasieren. Ohne Dusche sollten Sie den Bart zumindest mit warmem Wasser waschen und so die Grundlage für die Rasur legen.

2. Einschäumen! Ein kleines bisschen Rasiercreme in eine Schale, oder das Seifenstück mit dem Pinsel bearbeiten, es ist Ihre Wahl. Den Pinsel sollten Sie schon vorher in Wasser anfeuchten. Nachdem Sie mit dem Pinsel Schaum hergestellt haben tragen Sie den Schaum in kreiselnden Bewegungen auf Ihre Haut auf. Achten Sie auf eine gleichmäßige Verteilung im Gesicht – nicht zu dick, nicht zu dünn.

3. Die Rasur. Im Gegensatz zur Rasur mit Doppel- und Mehrfachklingen braucht es bei der Rasur mit einem Sicherheitsrasierer Geschick und Technik. Die vier Schlüssel-Faktoren:

1) Üben Sie so wenig Druck aus, wie möglich. 2) Halten Sie den Winkel zwischen der Klinge und Ihrem Gesicht so groß wie möglich. 3) Rasieren Sie mit dem Strich.

4) Denken Sie daran – es geht um graduelle Entfernung der Barthaare, nicht darum alles in einem Zug „wegzuhacken“. Mit mehreren Durchgängen sollten Sie so auf jeden Fall auch eine glatte Rasur hinbekommen.

Manchmal müssen Sie eine Stelle mehrfach rasieren – das Ergebnis wird aber insgesamt besser sein. Eine gewisse Umstellung gegenüber Mehrfachklingen ist es alle Male. Besonders Punkt 1 ist wichtig. Das Gewicht eines guten Sicherheitsrasierers reicht in der Regel aus, um den Bart zu rasieren. Diese Gerätschaften waren nicht umsonst früher aus Gusseisen oder Stahl. Falls Sie damit Probleme haben, das richtige Maß an Druck zu finden, halten Sie den Rasierer ganz leicht nur am Griffende fest.

Den richtigen Winkel zu finden ist der schwierigste Teil. Er liegt irgendwo zwischen 30 und 45 Grad. Um den richtigen Winkel zu finden, legen sie den Kopf des Rasierers flach auf Ihre Wange, mit dem Griff parallel zum Boden des Badezimmers. Dann senken Sie den Griff langsam und ganz sachte, bis der Rasierer Ihre Barthaare schneiden kann. Falls Ihnen das zu heikel ist, können Sie auch an Ihrem Arm üben, bis Sie den Dreh raushaben.

Wichtig: Gegen den Strich zu rasieren ist natürlich besonders gründlich – aber das Risiko von Schnitten und eingewachsenen Barthaaren steigt. Am Anfang sollten Sie immer mit dem Strich, also der Haarwuchs-Richtung, rasieren.

Hintergrund: Barthaar wächst, genau wie andere Haare an Ihrem Körper, nicht im rechten Winkel heraus. Es hat eine Richtung, den sogenannten Strich. Um den festzustellen, lassen sie den Bart mal ein, zwei Tage wachsen und reiben Sie aus verschiedenen Richtungen daran. Manche Richtungen fühlen sich rauher und manche weicher an. Die weicheste Variante zeigt die Richtung an, die der Strich in diesem Bereich Ihres Gesichts hat.

4. Nach der Rasur. Waschen Sie Ihr Gesicht mit kaltem Wasser um die Poren zu schließen. Wenn Sie mögen, gönnen Sie sich ein Aftershave. Aber Vorsicht mit der Menge, Alkohol kann die Haut austrocknen.

Wie sieht Ihr Rasier-Ritual aus? Haben Sie spezielle Tipps? Teilen Sie es uns gerne mit unter magazin@walbusch.de.

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